Sieben Ziele für Rostock 5 Maritime Traditionen pflegen

Diese Positionen habe ich im OB-Wahlkampf 2004/5 vertreten und stehe nach wie vor zu ihnen:

Rostockerinnen und Rostocker haben gute Gründe, stolz auf die kulturelle und maritime Identität als Hansestadt zu sein. Die Ostsee und die Tradition der Hanse prägen die Lebensweise, das Stadtbild, die maritime Wirtschaft, die internationalen Beziehungen, die Kultur, die Menschen. Die HanseSail und die Warnemünder Woche sind maritim-sportlich-kulturelle Höhepunkte. Ich möchte die Träger dieser und anderer Veranstaltungen weiter unterstützen und erreichen, dass sie auch europäisch und international noch mehr Beachtung finden.

Die maritime Alltagskultur präsentiert sich in zahlreichen Vereinen und Initiativen, von den Klaashans über Trachtengruppen und Plattdütsch Vereine. Der Charme und die touristische Anziehungskraft von Warnemünde als weltoffenes Seebad mit dem Fischerhafen am alten Strom ist dem Selbstbewußtsein der Fischerfamilien und einer traditionsbewußten Bevölkerung zu verdanken. Es ist mir ein besonderes Anliegen, den Charakter der Hansestadt und des Seebads zu stärken, die maritim-kulturellen Initiativen zu unterstützen und einen Weg zu finden, wie Zukunft und Nachwuchs der Traditionspflege gesichert werden können.

Das Schifffahrtsmuseum ist elementarer Bestandteil der maritimen Kulturpflege. Bis es – wie von der Bürgerschaft beschlossen – in ein neues Gebäude auf dem IGA Gelände umziehen kann, muss es der Öffentlichkeit weiter zugänglich sein. Das Haus in der Bebelstraße bietet hierzu geeignete Voraussetzungen und muss wieder geöffnet werden.

Sieben Ziele für Rostock 6 Natürliche Ressourcen schützen

Diese Positionen habe ich im OB-Wahlkampf 2004/5 vertreten und stehe nach wie vor zu ihnen:

Die mecklenburgische Landschaft, die Ostsee, frische Luft und Ruhe sind das natürliche Grundkapital für die touristisch-wirtschaftliche Entwicklung der Stadt und des Landes. Deshalb möchte ich mit hoher Priorität darauf achten, dass diese natürlichen Ressourcen geschützt werden. Veränderungen und Eingriffe müssen das ökologische Gleichgewicht der Ostsee, die Schönheit der Landschaft und Architektur, die Ruhe und das Erholungsbedürfnis der hiesigen Bevölkerung und der Urlaubsgäste achten und die vorhandene Qualität bewahren. Der Strand muss im Besitz der Hansestadt Rostock und damit der Rostockerinnen und Rostocker bleiben.

Die Gärten sind ökologische und soziale Lebensadern der Stadt. 155 Kleingartenvereine mit etwa 16 000 Parzellen und weitere tausende von Haus- und Vorgärten dokumentieren die Bedeutung des Gartens für das städtische Leben und die Alltagskultur.

Jede Gärtnerin und jeder Gärtner übernimmt ökologische und soziale Verantwortung für einen Mikrokosmos. Dabei geht die Schönheit der Gärten einher mit dem praktischen Nutzen: Der Anbau von Obst, Gemüse und Kräutern dient der Selbstversorgung, was für viele Familien, gerade in Zeiten der Erwerbslosigkeit, existentiell ist.

Die Bewahrung und Pflege der traditionellen heimischen Kulturpflanzen, von Hasenkopf bis Harzfeuer, sind ein wesentliches Verdienst der Gartenfreunde.

Mein Ziel ist es, dieses Kulturerbe und die gewachsenen Strukturen der Kleingartenanlagen zu erhalten und zu unterstützen.

Sieben Ziele für Rostock 7 Zukunftsfähigkeit der Stadt garantieren

Diese Positionen habe ich im OB-Wahlkampf 2004/5 vertreten und stehe nach wie vor zu ihnen:

Mein Ziel ist es, die Stadt zukunftsfähig zu halten und so zu wirtschaften, dass wir unserer Verantwortung für die jetzige Bevölkerung und die nachfolgenden Generationen gerecht werden. Offenheit und Transparenz sollen für alle Vorgänge im Rathaus gelten. Nachhaltiges solides Wirtschaften ist Richtlinie meiner Stadtpolitik.

Der weitere Ausverkauf der Stadt muss gestoppt werden. Ich möchte das öffentliche Vermögen, Grundstücke und Immobilien, die sich noch im schuldenfreien Besitz der Stadt befinden und die für städtische Aufgaben notwendig sind, für die Zukunft sichern. Die Immobilien der Stadt, – vom Kloster zum Heiligen Kreuz über Kröpeliner Tor, die Schulen, Stadtbibliothek, das Rathaus und bis hin zum Ostseestrand -, sind unveräußerlich! Eine Privatisierung bedeutet, dass die Stadt über Jahrzehnte hohe Mieten zahlen muss, für Gebäude, die ihr jetzt noch schuldenfrei gehören. Die Auslagerung und Privatisierung von sozialen, kulturellen und bildungsbezogenen Aufgaben und Gebäuden führt dazu, dass die Leistungen für die Bewohnerinnen und Bewohner immer teurer werden. Gerade in Zeiten der ökonomischen Krise halte ich es für notwendig, darauf zu achten, dass die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben für alle Menschen, vor allem für diejenigen, die wenig Geld haben, ermöglicht wird.

Besonders im Bereich des Sports ist es von existentieller Bedeutung für die Sporttreibenden und Vereine, dass die städtischen Sportanlagen und Hallen preisgünstig genutzt werden können. Sport ist Gesundheitsprävention. Aus diesem Grund lege ich auch besonderen Wert darauf, die Neptun Schwimmhalle inklusive Freibad zu sanieren. Bereits in diesem Jahr habe ich das preisgünstige Jahresschwimmticket eingeführt und die Schwimmzeiten erweitert.

Zu Sicherung der Angebot möchte ich weitere Einnahme- und Förderquellen aktivieren, die uns zustehen. Dazu gehören die Fördermittel des Landes, Bundes und der EU, aber ebenso die angemessene Beteiligung an den Gewinnen der städtischen Gesellschaften. Großprojekte kommen in Zukunft auf den Prüfstand, bevor sie begonnen werden, damit es kein böses Erwachen gibt.

Es lebt sich gut in Rostock. Der frische Wind der Ostsee ist gut fürs Atmen, für eine klaren Kopf, fürs Segeln, Surfen und Spazieren gehen. Mit kulturellen Highlights, Festivals und Veranstaltungen ziehen wir Gäste von Nah und Fern in die Stadt. Wir haben eine hervorragende städtische Infrastruktur mit S-Bahn, Straßenbahn, Jugend- und Seniorenclubs, mit Sportanlagen, Parks und Ostseestrand, mit Häfen und schönen Straßen und Wegen. In diesem Sinne möchte ich die Stadtentwicklung weiter führen und verbessern. Denn natürlich gibt es immer etwas zu erweitern und zu reparieren. Noch sind nicht alle Straßen ohne Schlaglöcher, die Bürgersteige sind noch nicht alle ausgebessert und barrierefrei, das Radwegenetz lässt noch zu wünschen übrig, die Parks und Gärten brauchen ständige Pflege, die Jugend- und Seniorenclubs bessere Ausstattung usw. Hierfür müssen wir das nötige Geld im städtischen Haushalt einplanen und dürfen uns nicht durch Millionenschulden den Spielraum nehmen, die nötigen kleineren Maßnahmen durchzuführen.

Aufklärung zur Kampagne gegen Ida Schillen

Das Rostocker Stadtmagazin „Stadtgespräche“ ist den Ende 2004 von Bündnis 90, SPD, FDP und CDU gegen Ida Schillen erhobenen Vorwürfen nachgegangen und hat diese in einem umfassenden Beitrag in Heft 37 entkräftet. Im Anschluss wird auch die von Bündnis 90 initiierte hetzerische Leserbriefkampagne dokumentiert.

Stadtgespräche Ausgabe Nr. 37, Dezember 2004 S.10-12

TITELTHEMA: RECHERCHIERT

Gift, Dolch und Seidenschnur

„Personalkonflikte gibt es, seitdem sich Menschen erst in Horden, später inClans, dann in Parteien organisiert ha­ben. Früher hat man diese Personalkon­flikte gern mit Gift, Dolch oder Seiden­schnur gelöst. Heute macht man das mit Abstimmungen. Das ist ein deutlicher Fortschritt. Man nennt ihn Demokratie.”

(Süddeutsche Zeitung, 3.1 2.04)

von Peter Köppen (*1939)

Redaktionsmitglied, Dr. phil. habil., Historiker, ehem. Universität Rostock, danach tätig in verschiede­nen Projekten, Gründungs- und Redaktionsmitglied der Stadtgespräche

Kontakt: peter.koeppen@gmx.de

 

 

 

Abstimmungen gibt es in der Bürgerschaft der Hansestadt Rostock ausreichend. Gift, Dolch und Seidenschnur sind damit allerdings noch lange nicht aus der Mode gekommen, natürlich der Zivilisation des 20. Jahrhunderts angepasst. Bisher noch.

Wenn ich die letzten Auseinandersetzungen im Rathaus und ihre teilweise Widerspieglung in den Medien sehe und höre, steigt nicht nur Unverständnis, Ratlosigkeit und Wut auf, sondern Angst vor der Zukunft unserer Stadt. Hier setzt sich eine Form der öffentlichen Auseinandersetzung und des politischen Streits durch, die sich durch Beschimpfung, Verleumdung, persönliche Diffamierung auszeich­net, in der es nicht mehr um sachliche Auseinandersetzung über strittige Fragen geht, sondern um die Vernichtung des politischen oder vielleicht auch persönlichen Gegners. WEITERLESEN » » »