Baut Reich nur für Reich?

210613Das Wohnungsdesaster in München:

Baut Reich nur für Reich?

Im Kampf um die letzten Flächen entstehen immer mehr Luxus-Appartements – bezahlbarer Wohnraum bleibt auf der Strecke 

Kaum ist das Bayerische statistische Landesamt aus der „Alten Akademie“, dem ehemaligen Jesuitenkolleg in der Neuhauser Straße, ausgezogen, hat der Freistaat die Immobilie schon gewinnbringend versilbert: an einen Investor, der hier – einmal mehr – Luxuswohnungen mit besonderem Ambiente realisieren will.

Erst Anfang März standen im denkmalgeschützten und luxussanierten Wölker-Bau an der Hackenstraße „mit seiner Neobarock-Fassade“ 12 (!) Wohnungen zwischen 92 und 256 (!) Quadratmetern Wohnfläche zur Vermietung. Nach Angaben des Bauträgers „Bauwerk Capital“ dürften Mieten von im Schnitt 25 Euro pro Quadratmeter realistisch sein. So ergibt sich für die große Wohnung im dritten Stock eine Kaltmiete „von deutlich mehr als 6000 Euro pro Quadratmeter. Angesichts „der Premiumlage“ spricht der Bauherr von einem „marktgerechten Preis“!

Etwas Bescheidener gibt sich da die PANDION AG, die das Postgelände an der Arnulfstraße erwarb. „Insgesamt sollen in den nächsten Jahren 600 Wohnungen entstehen, davon 150 im geförderten Wohnungsbau, die PANDION aber nicht selbst umsetzen wird“, so Originalton der Firma. “Im Frühjahr 2014 will PANDION mit dem ersten von drei geplanten Bauabschnitten beginnen. Entstehen sollen Eigentumswohnungen im gehobenen Bereich, Mietwohnungen zu bauen gehört nicht zum Geschäftsmodell“.

Der Gipfel ist zweifelsohne das Luxusprojekt „The Seven“, dem umgebauten Heizkraftwerk samt Atriumbauten in der Müllerstraße 7: im letzten Sommer feierte „man“ – im Kreise von 600 geladenen Gästen, mittendrin Stadtbaurätin Elisabeth Merk – Richtfest, nun geht es seiner Vollendung entgegen. Die LBBW Immobilien Capital betont, dass alle Wohnungen verbindlich verkauft seien, das Konzept sei aufgegangen: „luxuriöses Wohnen mit in der Stadt mit einem umfassenden Dienstleistungsangebot, Doorman-Service rund um die Uhr, ein Wellnessbereich, eigene Büroräume, ein Kindergarten und viel Grün.“ Diese Exklusivität hat ihren Preis: im Penthouse kostet der Quadratmeter astronomische 20 000 Euro!

Sozialwohnungsbestand schmilzt, wie Schnee in der Sonne:

Von dereinst 92 000 Sozialwohnungen in München, sind heute – trotz Neubau – gerade noch 72 000 Wohnungen übrig geblieben! Geförderter Wohnungsbau fällt nach einer Bindungsfrist „an den freien Markt, “ bei Sozialwohnungen sind dies 25 Jahre, im viel gerühmten München Modell gerade mal 15 Jahre! Für ganz Deutschland errechnet das Pestel-Institut einen aktuellen Bedarf von 5,6 Mio. Sozialwohnungen, verfügbar sind noch 1,6 Mio., bis Jahresende werden es weniger als 1,5 Mio. sein

Denn 100 000 Sozialwohnungen verschwinden jährlich vom Markt!

Wie kann die Bodenpreisexplosion und die Mietpreis-Spirale gestoppt werden?

Wir gehen den entscheidenden Fragen nach:

  • Wie stoppen wir die Bodenpreisentwicklung als Basis der Kauf- und Mietpreise?
  • Gibt es Instrumente, um die Miethöhe zu deckeln – und nicht nur die Erhöhungsgrenze auf 15% in drei Jahren „zu reduzieren“?
  • Ist die Förderung von genossenschaftlichem und kommunalen Wohnungsbau ein Ausweg?
  • Lässt sich der Wohnungssektor demokratisch regulieren – oder bleiben Markt und Profit das Maß aller Dinge?

 

Fachkonferenz zum Wohnungsdesaster in München:

Baut Reich nur für Reich?

„Weil Wohnen ein Grundbedürfnis ist und Grund und Boden keine Ware wie jede andere, kann die Wohnungsfrage nicht dem „Markt“ überlassen werden“ stellt das Münchner Bündnis für bezahlbares Wohnen fest. Diesem Problem will sich diese Konferenz stellen.

Es referieren:

 

Bodenspekulation und Stadtentwicklung

Claus Schreer

Autor des Buchs „Das Geschäft mit der Wohnung, Bodenspekulation und Stadtentwicklung“

 

Die Entwicklung von Wohnungsbestand

Bündnis „Stoppt die Mietpreisspirale“,  initiiert und Mieten in München  von Mieterverein München, Mieter helfen Mietern, Bündnis bezahlbares Wohnen.

 

Graz – Beispiele für eine linke und soziale Wohnungspolitik

Elke Kahr    Stadträtin der Landeshauptstadt Graz, KPÖ

 

Wohnen im Zentrum des Finanzkapitals – Wohnungs-Spekulation in Frankfurt/Main

Peter Gärtner Linksfraktion im Frankfurter Römer, Ausschuss für Planung, Bau und Wohnungsbau

Kernforderungen für eine  neue soziale Wohnungspolitik

Ida Schillen   Stadt- und Regionalplanerin     Mitglied im Bundesvorstand DIE LINKE.

 

Podiumsdiskussion

Wege zu einer demokratischen Regulierung des Wohnungssektors

Freitag, 21. Juni 2013   18 Uhr

Gaststätte Zunfthaus

Thalkirchnerstr. 76 (U3, U6 Poccistr.)

V.i.S.d.P.: Dr. Clemens Pingel, DIE LINKE.München, Schwanthalerstr. 139, 80339 München

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Film über das Mietshaus-Syndikat

„Das ist unser Haus!“ from SEELAND Medienkooperative on Vimeo.

Räume aneignen mit dem Mietshäuser Syndikat.
Der Film „Das ist unser Haus!“ erläutert das solidarische Modell des Mietshäuser Syndikats (www.syndikat.org), mit dem sich auch finanzschwache Gruppen bezahlbare Räume in Gemeineigentum nachhhaltig sichern können.
„Das ist unser Haus!“ ist ein Film der Autoren und Produzenten Burkhard Grießenauer, Daniel Kunle und Holger Lauinger. Die Produktion wurde mit Hilfe des SEELAND Medienkooperative e.V. realisiert.

Griechenland und die „TROIKA“

Lesenswert zum Thema Griechenland: Artikel in ARBEIT&WIRTSCHAFT

Hier auch als pdf-Datei:

Arbeit&Wirtschaft – Bruch des EU-Vertrages

Brecht hat Recht

brecht

Position der Linksfraktion „TTIP – Freihandelsabkommen stoppen“

ttip

„Seit Mitte 2013 verhandeln EU und USA offiziell über ein Transatlantisches Freihandels- und Investitionsabkommen, das sogenannte TTIP. Insbesondere durch eine Angleichung von Normen und Standards soll der größte Handelsraum der Welt entstehen. Auf den Verhandlungstisch kommt alles: Finanzmarktregeln, Arbeitnehmerrechte, Umweltstandards und vieles mehr. Ganz grundsätzlich zielt das Abkommen darauf ab, Konzerne und Kapital gegenüber Bürgerinnen und Bürgern weiter zu bevorteilen. Die konkreten Inhalte werden jedoch geheim gehalten, um „den Verhandlungserfolg nicht zu gefährden“. DIE LINKE ist entschieden gegen diese Geheimverhandlungen – gerade bei einem so weitreichenden Abkommen.“

Zur Information hat die Fraktion eine lesenswerte Broschüre erstellt, die hier als Datei heruntergeladen und gelesen werden kann:

Broschüre der Bundestagsfraktion zum Download

In einigen Tagen wird die Broschüre in gedruckter Form zur Verfügung stehen und  kann dann bei der Fraktion angefordert werden.

Das sogenannte „Frei“handelsabkommen zwischen EU und USA ist unverhandelbar.

TTIP_unfairhandelbar_schriftmarke_web

Solidarische Leerstandsnutzung

Durch einen Hinweis in der Zeitschrift LUXEMBURG (Abo ist übrigens kostenlos!) wurde ich auf eine weitere Leerstandsnutzung aufmerksam: Das süditalienische Dorf RIACE hat seine leerstehenden Gebäude Flüchtlingen und Asylsuchenden zur Verfügung gestellt und diese willkommen geheißen. Die Folge: in das aussterbende Dorf ist wieder Leben eingekehrt.

Anstatt in Deutschland Gebäude leer stehen zu lassen oder mit Steuermitteln Wohnhäuser ab zu reißen, sollte man sich RIACE als Vorbild nehmen!

Ausschnitt aus einem Bild von Giovanna del Sarto aus der genannten Fotodokumentation

Siehe die Fotodokumentation von Giovanna del Sarto

Artikel in der ZEIT Flüchtlinge retten Riace vor dem Untergang / Die Flüchtlinge haben Riace zu wirtschaftlichem Aufschwung verholfen

3SAT:Das Dorf der Zukunft – Im kalabrischen Riace finden Flüchtlinge Heimat

ORF: Riace – das gallische Dorf in der EU 

Film von Wim Wenders bei YouTube

Video vom TVSette / RAI UNO

Kreative Leerstandsnutzung

http://www.haushalten.org/pix/haushalten_bg.gif

Die SeinImSchein Filmproduktion und der Verein Haushalten e.V. haben einen sehenswerten Film ins Internet gestellt, der Beispiele für die Nutzung von leerstehenden Gebäuden zeigt: als Wächterhäuser, die als Zwischennutzung Freiräume bieten für Kleingewerbe, Kunsthandwerk, Jugendliche, Kunst, Pflanzen, Mobile Hünerställe zum Ausleihen etc. und Ausbauhäuser, die Menschen die Möglichkeit geben, ihre Räume selbst auszubauen und zu renovieren und dafür langfristige Mietverträge zu sehr günstigen Konditionen erhalten.

Auch für die Hauseigentümer bieten diese Konzepte soviel Anreize, dass der Verein inzwischen diverse leerstehende Häuser vom Leerstand befreit und vor dem Abriss bewahrt hat.

Der Film http://vimeo.com/84391735

Logo des Vereins Haushalten e.V.

Der Verein Hauhalten e.V. – Sehr übersichtliche und transparente Website mit nützlichen Infos.

OHNE Amazon

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Wer ein bißchen nachdenkt und Interesse daran hat, dass es auch weiterhin Buchhandlungen, kleine Verlage und unterschiedlichste Bücher gibt, der sollte OHNE Amazon auskommen! Wer aus Bequemlichkeit und ohne Nachzudenken bei Amazon bestellt, trägt damit zur Unterstützung von dessen Monopolstellung bei und belohnt dessen miese Arbeitsbedingungen und das quasi-erpresserische Geschäftsgebaren gegenüber Verlagen und Autor/innen.
Also besser OHNE Amazon!
Wie geht es? Kleine Anleitung: WEITERLESEN » » »

Eigentum und Daseinsvorsorge

Veranstaltung mit ROTFUCHS
Vortrag und Diskussion Eigentum und Daseinsvorsorge
09.01.2014 um 15.00 Uhr

Ida Schillen, Mitglied des Bundesvorstandes der Partei DIE LINKE,
spricht zum Thema: „Eigentum und Daseinsvorsorge“.
Veranstaltungsort: Mehrgenerationenhaus Rostock- Evershagen, Maxim-Gorki-Str. 52

Einladung zur LINKEN Kommunalwerkstatt in Bochum

Am Samstag, 25.1.2014 von 10.30 bis 17.30 Uhr
im Wahlkreisbüro von Sevim Dagdelen, Alleestr. 36, 44793 Bochum

Die Kommunalwerkstatt ist ein Angebot für politisch engagierte Menschen, die in der Kommunalpolitik aktiv sind oder es werden wollen, beispielsweise als Ratsmitglied oder sachkundige/r Bürger/in. Inhalt der Werkstatt ist es, auf der Grundlage des Erfurter Programms der LINKEN kommunalpolitische Ziele zu formulieren und in der lokalen Praxis um zu setzen.

Kommunalwerkstatt  Flyer zum Herunterladen

Aufruf zur Unterstützung des Filmprojekts „Wer rettet wen?“

Nein zum Syrienkrieg! Widerstand gegen die Kriegstreiberei!

syrien2

Finanzarchitektur

finanzarchitektur

jungewelt 25.7.2013 THEMA

Durch die neoliberale Stadtumstrukturierung werden immer neue Megabauten ­vorangetrieben. Milliarden Steuergelder fließen so unkontrolliert in private Taschen

Von Ida Schillen

Ab dem heutigen Donnerstag findet in Stuttgart das dritte europäische Forum gegen unnütze und aufgezwungene Großprojekte statt. Es wendet sich gegen Bauvorhaben, die direkt oder indirekt mit sehr viel öffentlichem Geld von privaten Konzernen realisiert werden. Es handelt sich um Projekte von erheblicher Tragweite, die in die Lebensumwelt von Menschen, von Flora und Fauna eingreifen. Mehr als 800 Aktivistinnen und Aktivisten aus unterschiedlichen Ländern werden in Stuttgart erwartet, um den Protest in Europa und anderswo zu koordinieren. Im Selbstverständnis des Forums geht es um die Rettung der Lebensgrundlagen in Natur und Gesellschaft. Thematisiert werden gesellschaftliche und politische Hintergründe und die zerstörerischen Mechanismen bei Großprojekten, die mit vorsätzlichen Täuschungen, mit medialer Irreführung und brachialen staatlichen Methoden wie Knüppel und Tränengas im Interesse der beteiligten Konzerne und Politiker durchgesetzt werden.

Die Initiativen widersetzen sich zum Beispiel dem Bau des Eisenbahntunnels im italienischen Susatal, wo 2011 das erste Forum stattfand. Sie wehren sich gegen die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Lyon und Turin, den Megaflughafen bei Nantes und den Tiefbahnhof »Stuttgart 21« (»S21«). Die brasilianische Protestbewegung kämpft gegen Großprojekte wie die Olympischen Spiele und den Belo-Monte-Staudamm, der der indigenen Bevölkerung im Regenwaldgebiet die Lebensgrundlage entzieht. Die Initiative zur Rettung von Hasankeyf, einer antiken Stadtfestung am Tigris, engagiert sich seit 2006 gegen den destruktiven Ilisu-Staudamm in der Südosttürkei. Die »Save Rosia Montana«-Kampagne kämpft schon zehn Jahren lang gegen das größte europäische Goldtagebauprojekt in Rumänien. Mehrere Workshops befassen sich mit dem weltweiten Ausstieg aus der Atomenergie und mit der Problematik von Großprojekten in der Energiewende. Es wird über das Bündnis der Taksim-Solidarität zum Erhalt des Gezi-Parks in Istanbul informiert und über andere Protestbewegungen gegen Megaeinkaufszentren, Tunnel, Brücken und Straßenbauvorhaben.

In Deutschland werden seit einiger Zeit drei städtische Großprojekte breit und kritisch in der Öffentlichkeit diskutiert: das Stuttgarter Bahnhofsprojekt »S21«, die Hamburger Elbphilharmonie und der Flughafen Berlin-Brandenburg BER.

Neoliberale Landmarken

Großprojekte sind wesentliche Merkmale einer neoliberalen Stadtpolitik, WEITERLESEN » » »

Die Abrißbirne ist keine gute Wahlkampfhilfe

junge Welt, 20.07.2013 / Inland / Seite 2

»Die Abrißbirne ist keine gute Wahlkampfhilfe«

Auseinandersetzung in der Linken um ein Einkaufszentrum in Duisburg, dem Wohnungen weichen sollen. Ein Gespräch mit Ida Schillen

Interview: Markus Bernhardt

Ida Schillen ist Stadt- und Regionalplanerin. Seit 2008 ist sie Mitglied im Bundesvorstand der Partei Die Linke

Sie gelten in Sachen Mieten- und Wohnungspolitik als Expertin der Linkspartei. In einem Thesenpapier bezeichnen Sie die »Versorgung mit preisgünstigem und gutem Wohnraum« als »Daseinsvorsorge«, die in die öffentliche Hand gehöre und »ohne Profitorientierung organisiert« werden muß. Finden Ihre Thesen Zuspruch in der Partei?

Ja, diese Thesen sind weitgehend auch in das aktuelle Bundestagswahlprogramm der Linken eingeflossen. Unser Ziel ist es, bezahlbaren Wohnraum für alle zu sichern. Deshalb fordern wir feste kommunale Mietobergrenzen und ein Erhöhungsverbot bei Mieterwechsel. Wir wollen die Zweckentfremdung von steuerlich und direkt subventionierten Mietwohnungen verbieten. Es darf nicht sein, daß dieser Wohnungsbestand künstlich verknappt wird, indem Mietwohnungen in Eigentums- oder Ferienwohnungen umgewandelt werden oder aus Spekulationsgründen leer stehen, während vor allem in Großstädten Menschen preiswerte Wohnungen suchen. Wir wollen, daß wieder eine öffentliche Wohnungsversorgung aufgebaut wird, indem die Kommunen in die Lage versetzt werden, eigene Bestände zu erwerben und selbst zu bewirtschaften, ohne daß die Gewinne in Kapitalgesellschaften versickern und der private Finanzmarkt bedient wird. WEITERLESEN » » »