Vita

Kurzbiografie Ida Schillen

Dipl.Ing. Stadt- und Regionalplanung (Technische Universität Berlin)
MBA Finanzmanagement (Fernuni Hagen und University of Wales)
geboren am 22. April 1956 in Trier, eingetragene Lebensgemeinschaft
Kindheit und Besuch der Volksschule in Herforst/Eifel
1976 Abitur am Staatlichen Gymnasium Bitburg/Eifel
1977 bis 1983 Studium Dipl. Ing. Stadt- und Regionalplanung an der TU Berlin
1983 bis 1989 Sozialplanung und behutsame Stadterneuerung in Berlin Kreuzberg
1989 bis 1993 Leitungsreferentin der Senatorin für Frauen, Jugend und Familie Berlin
1993 bis 1995 erwerbslos, Vorbereitung auf die Kandidatur als Abgeordnete
1995 bis 1999 Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin
1999 bis 2001 freiberufliche Tätigkeiten in der Bildungsarbeit
2001 bis 2008 Senatorin für Kultur, Schule und Sport in Rostock
2007 bis 2010 Studium MBA Finanzmanagement an der Fernuniversität Hagen

 

Politisches

1990 bis 1999 Mitglied Bündnis 90/Grüne
seit 2005 Mitglied PDS/DIE LINKE.
2008 – 2014 Mitglied im Bundesvorstand DIE LINKE
2010 – 2014 Mitglied im Bundesausschuss DIE LINKE

Mitgliedschaft in Vereinen und Genossenschaften:

  Mitglied VVN-BdA Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Mitglied in der Deutschen Friedensgesellschaft DFG-VK e.V.
Mitglied in der Leih- und Schenkungsgemeinschaft Peter-Weiss-Haus Rostock
Mitglied im Deutschen Alpenverein e.V. Sektion Rostock
Mitglied FOPA e.V. Feministische Organisation von Planerinnen und Architektinnen
Mitglied in der Genossenschaft WeiberWirtschaft eG – Gründerinnenzentrum
Mitglied im Verein Meerkultur e.V.

Kommentierter bebilderter Lebenslauf

Kindheit und Schule in der Eifel / Studium in Berlin

Am 22.4.1956 wurde ich in der Karl Marx Stadt Trier geboren und wuchs mit fünf Geschwistern in einem kleinen Dorf in der Eifel auf.Meiner Mutter und meiner engagierten Dorfschullehrerinverdanke ich, dass ich das Abitur im 20 km entfernten Bitburg machen konnte.

Seit Mitte der 70er Jahre nahm ich an linken politischen Demonstrationen teil, vor allem gegen den § 218. Zwischen Abitur und Studium arbeitete ich tagsüber in einer Etikettenfabrik und nachts in einer Diskothek, um mir den Umzug in die Universitätsstadt Berlin zu finanzieren.

1977 zog ich nach Berlin. Dort studierte ich Stadt- und Regionalplanung an der TU mit den Schwerpunkten Wirtschafts-, Gesellschafts- und Planungswissenschaften. Am Studium reizte mich der interdisziplinäre und damals noch von der StudentInnenbewegung kritisch geprägte Ansatz mit Praxisbezug und der Möglichkeit eines längeren Projektaufenthaltes auf den Kapverdischen Inseln/Westafrika (Stadtentwicklung Mindelo auf der Insel São Vicente).

Ida Schillen bei Fahrraddemo in Berlin

Parallel zum Studium arbeitete ich in politischen Gremien und der Berufungskommission der Universität. Politisch fühlte ich mich in der Berliner Frauenbewegung am wohlsten und nahm an zahlreichen feministischen Aktionen teil.
Über den § 218 bin ich zur Feministin geworden. Das Recht auf Selbstbestimmung, körperliche Unversehrtheit und ein diskriminierungsfreies Leben prägen meine feministischen Projekte seit den 70er Jahren.

Berufliche Tätigkeit: Behutsame Stadterneuerung in Berlin Kreuzberg, Sozialplanerin und Mieterberaterin – Frauenprojekte.

Bei der Fassadenbemalung der Schokofabrik

In den 80er Jahren habe ich das erste Frauenstadtteilzentrum Berlins in einer ehemaligen Schokoladenfabrikmit aufgebaut, die Baukoordination übernommen sowie die Ausstellung Gegen Gewalt gegen Frauen und den namensgleichen ersten großen Frauenkongress im Berliner Reichstag mit organisiert.

Vorstand FOPA Berlin e.V. auf einem Kreuzberger Dachboden

Ich bin seit den Anfängen aktiv in der Feministischen Organisation von Planerinnen und Architektinnen Berlin (FOPA e.V.), bin im Vorstand, war mehrere Jahre in der Redaktion der Streitschrift FREIRÄUME und habe das Wohnungsbauprojekt für Frauen in Argentinien CEMYS mit realisiert.

Politisches Leben 1 – Rot-Grün in Berlin

Anfang 1989 begab ich mich in den Politstrudel der ersten rot-grünen Regierung in Berlin, die Ende desselben Jahres vom spektakulären Fall der Berliner Mauer überrascht wurde. Als politische Referentin der damaligen Senatorin für Frauen, Jugend und Familie war ich zusammen mit der Arbeitsrechtlerin Dagmar Schieck verantwortlich für die Durchsetzung des bis dahin fortschrittlichsten Landesantidiskriminierungsgesetzes. In der historischen Wendezeit musste dieses Gesetz durch zwei Regierungen und zwei Parlamente in West- und Ostberlin gebracht werden.
Nach dem Bruch der rot-grünen Koalition blieb ich bis Mitte 1993 als Planungsreferentin für soziale Infrastruktur in der Berliner Senatsverwaltung und war hier unter anderem für die Sicherung der Kinderbetreuungseinrichtungen im Ostteil der Stadt zuständig.

Politisches Leben 2 – Abgeordnetenhaus von Berlin

Von 1995 bis Ende 1999 war ich Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin. Als baupolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hatte ich mir zum Ziel gesetzt, die undurchsichtigen Machenschaften, Filz und Korruption des CDU-SPD Senats innerhalb der baulichen Großprojekte aufzudecken und die Verschwendung von Steuergeldern in diesem Bereich anzuprangern und eine alternative ökologische Nutzung einzufordern.

Künstlerische Protestaktion im „Trompetenwäldchen“ in Berlin Mitte

Als Stadtplanerin habe ich mich vehement gegen den innerstädtischen Masterplan des Senators Strieder gewandt, der damit drohte, die Stadt mit preußischen Straßenrastern zu überziehen, zusätzlich baulich zu verdichten und damit die jüngere Baugeschichte im Ostteil der Stadt samt ihrer BewohnerInnen zu verdrängen. Ich setzte mich dafür ein, daß die BewohnerInnen bleiben und nicht durch Investoren und Immobiliengesellschaften verdrängt werden dürfen.

Als baupolitische Sprecherin setzte ich mich unter anderem für das Projekt „Generationenübergreifendes Wohnen“ des Verein “ Offensives Altern e.V. ein.

Der Palast der Republik

Als baupolitische Sprecherin im Berliner Abgeordnetenhaus habe ich mich in den 90er Jahren gegen den geplanten Abriss des Palasts der Republik eingesetzt. Einen Abriss hielt ich für unnötig und respektlos gegenüber der DDR-Baukultur. Der Bau eines „historischen Stadtschlosses“ ist eine Geschichtsklitterung, die ich ablehne.

Um die Diskussion über den Abriss in positive Bahnen zu lenken und konstruktiv über eine mögliche sinnvolle Nutzung des leerstehenden Gebäudes zu diskutieren, organisierte ich eine Anhörung zum Thema „Leerstandsbeseitigung – Perspektiven für den Palast der Republik“ mit den folgenden Teilnehmer/innen:
Dr. Bruno Flierl, Dr. Simone Hain, Dr. Dorothea Tscheschner, Dr. Dietrich Mühlberg, Wolfgang Kil, Lukas Langhoff, Gabi Dolff-Bonekämper, Dr. Kerstin Dörhöfer, Dr. Claudia Lux, Dr. Bernd Henningsen.

Unsere Vorschläge zur Nutzung des Palastes konnten leider den Abriss nicht verhindern.

Kulturforum Berlin

Zusammen mit der Scharoun Gesellschaft und vor allem mit Elke Wisniewski setzte ich mich für die Vollendung des Berliner Kulturforums nach den Plänen der Architekten Scharoun und Edgar Wisniewski ein.

Leider gab der Berliner Senat der Entwicklung des Potsdamer Platzes den Vorrang und ignorierte die geistig-kulturelle Bedeutung des Kulturforums.

Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Modell des Wettbewerbsbeitrags

Im Jahr 1994 beteiligte ich mich mit einem kleinen Team (Cornelia Ernst – Architektin, Elisa Rodé, Yannick Monoury) am künstlerischen Wettbewerb „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“.

Neben der Baupolitik war mein Schwerpunkt im Parlament die Stärkung der Minderheitenrechte. Als Berichterstatterin für Migrationsangelegenheiten im Petitionsausschuß des Abgeordnetenhauses kämpfte ich gegen die brutale Abschiebungspraxis des Berliner Senats und für humane Lebensbedingungen für InländerInnen ohne deutschen Paß.

Politisches Leben 3 – Crossover

Als Redakteurin von LiFo (Linkes Forum) und „Andere Zeiten“ beteiligte ich mich an der Crossover Diskussion (SPD, PDS, Grüne).
Im März 1999 zählte ich zu den Unterzeichnerinnen des Anti-Kriegs-Appells gegen die Beteiligung der Bundesrepublik Deutschland an dem Krieg im ehemaligen Jugoslawien. Im Juni 1999 trat ich aus Protest gegen die Zustimmung von Bündnis 90 / Grüne zur Kriegsbeteiligung aus der grünen Partei aus.

 

Gegen den Krieg und die Militarisierung des öffentlichen Lebens in Berlin hielt ich Reden, veröffentlichte Artikel und nahm an Demonstrationen teil. Zu der Berliner Abgeordnetenhauswahl 1999 trat ich als parteilose Spitzenkandidatin für die Demokratische Linke (DL) an, einer Gruppierung ehemaliger Mitglieder von PDS, Grünen und SPD.

Von 1999 bis 2002 war ich Bundessprecherin des LSVD – Lesben- und Schwulenverband in Deutschland. Innerhalb des Verbandes war ich für das Thema Familienpolitik verantwortlich und habe mich für das neue Lebensgemeinschaftsgesetz eingesetzt. Anfang 2002 veröffentlichte ich im Auftrag des LSVD das „Familienbuch. Eine Aufklärung über negierte Familienrealitäten.“

Politisches Leben 4 – Senatorin in Rostock

Im Frühjahr 2001 wurde ich auf Vorschlag der PDS als zu dieser Zeit parteilose Kandidatin für sieben Jahre (bis 2008) zur Senatorin für Jugend, Kultur, Schule und Sport in der Hansestadt Rostock gewählt und wurde zuständig für Volkstheater und Norddeutsche Philharmonie, Konservatorium, Jugendkulturprojekte, freie Träger, Denkmalschutz, Sportförderung, Volkshochschule, Stadtbibliothek, Museen …

Meine Amtszeit fiel in die Zeit der Haushaltskonsolidierung und eines rigiden Sparkurses. Trotzdem konnte ich zusammen mit der PDS und gegen anfänglichen Widerstand der anderen Parteien im Rathaus einige wichtige Projekte durchsetzen, vor allem das Schul- und Sportstättensanierungsprogramm. Das Volkstheater Rostock konnte finanziell gestärkt und gegen ständige Spartenschließungs- und Privatisierungsabsichten verteidigt werden. Ein großes Anliegen ist mir die kulturelle Bildung sowie insbesondere auch die professionell ausgerichtete musikalische, künstlerische und sportliche Früherziehung der Kinder. In 2008 wurde der politische Weg für ein neues Musikschulzentrum in der Großen Stadtschule freigemacht. Die Förderung der Kultur- und Sportvereine konnte auf relativ hohem Niveau erhalten werden. Ich habe eine sehr preisgünstige Jahreskarte für die Neptun Schwimmhalle eingeführt, 100 Euro für Erwachsene, 50 Euro für Kinder. Menschen, die auf Hartz IV Leistungen angewiesen sind, können für zwei Euro Vorstellungen im Theater besuchen (inzwischen auf 4 EURO erhöht). Es ist mir gelungen, die Bürgerschaft von der Notwendigkeit des kostenfreien Museumseintritts für Alle zu überzeugen. Dadurch konnten die Besucherzahlen drastisch gesteigert werden.

In meiner Zuständigkeit für Kultur und Denkmalschutz setzte ich mich dafür ein, den Neubau des Theaters und die Sanierung der Kulturbauten zu forcieren sowie die städtebauliche Qualität der Hansestadt zu bewahren. Investoreninteressen müssen in Einklang gebracht werden mit der Identität der Stadt und nicht umgekehrt. Nur so ist eine langfristig positive Entwicklung möglich. Vor einigen Fehlentwicklungen wie dem Abriss des denkmalgeschützten Warnow-Hotels habe ich gewarnt, leider keinen Erfolg gehabt und muss nun feststellen, dass mir im Nachhinein viele Menschen recht geben und die bauliche Entwicklung im Umfeld des Kröpeliner Tores kritisieren.

Bis Ende 2004 war ich Erste Stellverteterin des Oberbürgermeisters. Als ich nach dem erzwungenen Rücktritt des damaligen SPD Oberbürgermeisters für kurze Zeit die Geschicke der Stadt lenken konnte, mich gegen den Ausverkauf der Stadt stellte, einen sozial- und kulturfreundlichen Haushaltsplan aufstellen und die Geschäftsführer der städtischen Gesellschaften und deren bis dato praktizierte Selbstbedienung stärker kontrollieren wollte, wurde ich von den Fraktionen der CDU, SPD, Bündnis 90 und FDP mit fadenscheinigen Argumenten als stellvertretende Oberbürgermeisterin abgewählt. (Dokumentation) Mit meinen damaligen Einschätzungen lag ich ziemlich richtig und es erfüllt mich mit gewisser Genugtuung, dass meine damaligen Gegnerinnen und Gegner sich zurückziehen mussten oder sich vor der Staatsanwaltschaft und Gerichten verantworten müssen, teilweise mit rechtskräftiger Verurteilung.

Die Ressourcen für die Daseinsvorsorge müssen in öffentlicher Hand sein und dürfen nicht privatisiert werden. Hierfür habe ich mich sowohl als Berliner Abgeordnete als auch als Rostocker Senatorin für Schule, Kultur und Sport eingesetzt. In Rostock konnte ich Privatisierungen während meiner Amtszeit verhindern.

Leider wurde kurz nach dem Ende meiner Amtszeit bereits die erste Privatisierung im Kulturbereich durchgeführt: die Kunsthalle wurde an einen Verein unter der Leitung des Zahnarztes Neumann vergeben. Die nächste Privatisierung folgte kurz danach: das Volkstheater Rostock wurde in eine GmbH umgewandelt.

Vielfältige Aufgaben der öffentlichen Daseinsvorsorge sind in Rostock bereits privatisiert worden, mit zweifelhaftem Erfolg, so ist beispielsweise das Wasser in privater Hand. Dementprechend werden in Rostock mit die höchsten Wasserpreise in Deutschland gezahlt.

Politisches Leben 5

Mitglied im Parteivorstand DIE LINKE von 2008 bis 2014.
Als Mitglied des Parteivorstands arbeitete ich in der AG Antiprivatisierung mit und organisierte Rekommunalisierungswerkstätten.

2011 bin ich als Direktkandidatin im Wahlkreis Rostock II Lütten Klein, Evershagen und Reutershagen für die Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern  am 4.9.2011 angetreten.  Leider hat es nicht für den Einzug in den Landtag gereicht, da das Direktmandat dem Trend entsprechend an die SPD gegangen ist. Wir konnten jedoch mit 30,3 Prozent der Erststimmen und 26,8 Prozent der Zweitstimmen das landesweit beste Wahlkreisergebnis für DIE LINKE erzielen. Im Durchschnitt hat die Partei 18,4 Prozent erreicht.

Seit Gründung der Sammlungsbewegung AUFSTEHEN im Sommer 2018 bin ich dabei und engagiere mich als Geschäftsführerin und Schatzmeisterin des Aufstehen Trägervereins.

 

Planen und Bauen 2

Kunsthaus Stove mit Skulpturengarten und Atelier (links)

Kunsthaus Stove

Beim Verputzen der Strohwände des neuen Ateliers

siehe
Kunsthaus Stove bei ostsee-strandurlaub.net

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WWW-Empfehlung: Goldgrund aus München gegen Leerstand und Abriss

goldgrund

http://www.goldgrund.org/

Baut Reich nur für Reich?

210613

Das Wohnungsdesaster in München:

Baut Reich nur für Reich?

Im Kampf um die letzten Flächen entstehen immer mehr Luxus-Appartements – bezahlbarer Wohnraum bleibt auf der Strecke  WEITERLESEN » » »

Leerstand zu Wohnraum

leerstand

Leerstand zu Wohnraum – Artikel in der Jungen Welt vom 25.3.2013

http://www.jungewelt.de/2013/03-25/042.php

Wer sich dem Peiniger an die Füße hängt, wird als schwach empfunden.

DIE LINKE hat bei der Landtagswahl 2013 in Niedersachsen dramatisch verloren, am meisten an die NichtwählerInnen. In mehreren Analysen wird die Ursache darin gesehen, dass DIE LINKE sich zu sehr auf die Unterstützung von Rot-Grün orientiert habe. Mein Beitrag dazu findet sich auf Freiheit durch Sozialismus -Onlinemagazin für antikapitalistische Politik : Klare Kante gegen die Rote-Socken-Kampagne der SPD

»Die Wohnung ist nur noch Renditeobjekt«

Junge Welt, 5.10.2013

Gespräch. Mit Ida Schillen. Über linke Wohnungspolitik, Mietobergrenzen und politische Verfehlungen der früheren Berliner Landesregierung.

PDF-Datei jw-2013-01-05

Positionen zur Mieten- und Wohnungspolitik

Ida Schillen, Positionen zur Mieten- und Wohnungspolitik, Dezember 2012, als pdf zum Herunterladen

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Mieterecho: Zurück zu den Wurzeln – Basisinitiative will Wohnungsbaugenossenschaften auf die Schaffung und Bereitstellung preiswerten Wohnraums verpflichten.

 

(Rainer Balcerowiak)

Einst waren die Wohnungsbaugenossenschaften ein Instrument der Selbsthilfe, um für ärmere Teile der Bevölkerung preiswerten, dauerhaft sicheren Wohnraum in angemessener Qualität zu schaffen. Sie waren demokratisch verfasst, die Mitglieder hatten unmittelbaren Einfluss auf die Geschäftspolitik und entschieden auch über Miethöhe und Investitionen.

Doch mittlerweile agieren die meisten Wohnungsbaugenossenschaften als „normale“ Akteure auf dem Wohnungsmarkt und streben marktübliche Renditen an. Wohnen wird auch in Genossenschaften immer teurer.

Um diese Entwicklung zu stoppen, will die Initiative „Genossenschaft von unten“ eine umfassende Reform des geltenden Genossenschaftsrechts auf den Weg bringen. …..

Keine Rendite mit der Miete. LINKE fordert Mietobergrenze

Die nach oben drehende Preisspirale bei Mieten und Nebenkosten kann nur durch eine gesetzliche Mietobergrenze gestoppt werden. Wer heutzutage eine Wohnung neu bezieht, muss eine Miete zahlen, die sich daran orientiert, was der Markt hergibt. In Großstädten wie Berlin und Hamburg werden bereits Wohnungsmieten von weit über 10 Euro pro qm gezahlt. Bei bestehenden Mietverhältnissen werden die Spielräume des Mietpreisspiegels in der Regel nach oben ausgenutzt. Die Höhe einer Miete gibt also nicht den realen Wert einer Wohnung oder die Höhe der Modernisierungs- und Finanzierungskosten wieder. Der Hausbesitzer verhält sich wie der Kaufmann, er trachtet danach, den bestmöglichen Mietpreis für seine Ware Wohnung zu erzielen, sofern der Staat ihm keine Schranken setzt. Zusätzlich kassiert er öffentliche Subventionen und Steuergeschenke ohne dauerhafte Gegenleistung. Die Mietpreisbindungen im sozialen Wohnungsbau sind zeitlich begrenzt. Geschäfte mit Wohnimmobilien werden steuerlich begünstigt, Kaufpreis, Bau- und Finanzierungskosten können steuerlich abgesetzt werden. Nach 10 Jahren Haltefrist kann der Besitzer sein Haus steuerfrei weiterverkaufen. WEITERLESEN » » »

»Eskalation von staatlichen Stellen provoziert«

»Eskalation von staatlichen Stellen provoziert« Link zur pdf datei des Interviews in der Jungen Welt

Schluss mit der Plünderung des öffentlichen Eigentums

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Die Wohnungsfrage ist eine der zentralen sozialen Fragen der Zukunft. Mit ihr verbindet sich nicht nur die Frage eines Daches über dem Kopf, sondern auch der Zugang zu lebenswichtigen Ressourcen wie Trinkwasser und Energie sowie der gesamten örtlichen Infrastruktur. In Folge der aggressiven Liberalisierungspolitik der letzten Jahrzehnte werden nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa und weltweit die Kämpfe um menschenwürdige preiswerte Wohnungen, um den freien Zugang zu Wasser und Energie und andere lebenswichtige Güter zunehmen. Für DIE LINKE ist die Wohnungsfrage eng mit der Eigentumsfrage verknüpft. Wohnen ist Teil der Daseinsvorsorge und muss demzufolge öffentlich und ohne Profitstreben organisiert und garantiert werden. Das Recht auf menschenwürdiges Wohnen muss gesetzlich verankert werden. WEITERLESEN » » »

Neue Kraft voraus! Konferenz am 20. Mai in Berlin

Zur Führungsfrage bei den LINKEN

Am 15.5.2012 traf sich der Geschäftsführende Parteivorstand mit den Landesvorsitzenden der LINKEN in Berlin, um transparent und in parteiöffentlicher Sitzung die Frage der künftigen Führungsspitze zu beraten. An dieser Stelle möchte ich meinen parteiinterner Emailbrief  an  Parteimitglieder  in Mecklenburg Vorpommern dokumentieren.  Damit entspreche ich  der Bitte einiger Genossen, die zu Recht darauf hinwiesen, dass es nicht nur das Privileg der Medien SPIEGEL, DIE WELT u.a. sein dürfe, Informationen aus parteiöffentlichen Gremien der LINKEN zu erhalten:

Zur Führungsfrage – Infos zur Beratung am 15.5. 2012 in Berlin, mit der Bitte um parteiinterne Verbreitung in MV.

Liebe Genossinnen und Genossen,

am 15.5.2012 hat sich der Geschäftsführende Parteivorstand mit den Vorsitzenden bzw. VertreterInnen aller Landesverbände sowie Oskar Lafontaine und Dietmar Bartsch zur Frage des künftigen Parteivorsitzes beraten. Gregor Gysi nahm nicht teil. Bekanntlich ist die Führungsfrage weiter offen. Da im Vorfeld und Nachgang zu dieser Beratung und zum Thema in den Medien unterschiedliche, verwirrende und nichtzutreffende Meldungen erfolgten, möchte ich euch als Teilnehmerin an dieser fünfstündigen parteiöffentlichen Beratung einige Klarstellungen und Einschätzungen übermitteln. WEITERLESEN » » »

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Die Linke in Evershagen lädt ein zur öffentlichen Mitgliederversammlung und zum politischen Café: Buchlesung und Diskussion mit Mathew D. Rose, dem Autor des Buches

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am Dienstag 22. Mai 2012 um 17 Uhr im Mehrgenerationenhaus Evershagen, Maxim-Gorki-Straße 52, Straßenbahn 1,4,5 Haltestelle Ehm-Welk-Straße, Eintritt frei

 

Politisches Café in Lütten Klein