Vita

Kurzbiografie Ida Schillen

Dipl.Ing. Stadt- und Regionalplanung (Technische Universität Berlin)
MBA Finanzmanagement (Fernuni Hagen und University of Wales)
geboren am 22. April 1956 in Trier, eingetragene Lebensgemeinschaft
Kindheit und Besuch der Volksschule in Herforst/Eifel
1976 Abitur am Staatlichen Gymnasium Bitburg/Eifel
1977 bis 1983 Studium Dipl. Ing. Stadt- und Regionalplanung an der TU Berlin
1983 bis 1989 Sozialplanung und behutsame Stadterneuerung in Berlin Kreuzberg
1989 bis 1993 Leitungsreferentin der Senatorin für Frauen, Jugend und Familie Berlin
1993 bis 1995 erwerbslos, Vorbereitung auf die Kandidatur als Abgeordnete
1995 bis 1999 Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin
1999 bis 2001 freiberufliche Tätigkeiten in der Bildungsarbeit
2001 bis 2008 Senatorin für Kultur, Schule und Sport in Rostock
2007 bis 2010 Studium MBA Finanzmanagement an der Fernuniversität Hagen

 

Politisches

1990 bis 1999 Mitglied Bündnis 90/Grüne
seit 2005 Mitglied PDS/DIE LINKE.
2008 – 2014 Mitglied im Bundesvorstand DIE LINKE
2010 – 2014 Mitglied im Bundesausschuss DIE LINKE

Mitgliedschaft in Vereinen und Genossenschaften:

  Mitglied VVN-BdA Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Mitglied in der Deutschen Friedensgesellschaft DFG-VK e.V.
Mitglied in der Leih- und Schenkungsgemeinschaft Peter-Weiss-Haus Rostock
Mitglied im Deutschen Alpenverein e.V. Sektion Rostock
Mitglied FOPA e.V. Feministische Organisation von Planerinnen und Architektinnen
Mitglied in der Genossenschaft WeiberWirtschaft eG – Gründerinnenzentrum
Mitglied im Verein Meerkultur e.V.

Kommentierter bebilderter Lebenslauf

Kindheit und Schule in der Eifel / Studium in Berlin

Am 22.4.1956 wurde ich in der Karl Marx Stadt Trier geboren und wuchs mit fünf Geschwistern in einem kleinen Dorf in der Eifel auf.Meiner Mutter und meiner engagierten Dorfschullehrerinverdanke ich, dass ich das Abitur im 20 km entfernten Bitburg machen konnte.

Seit Mitte der 70er Jahre nahm ich an linken politischen Demonstrationen teil, vor allem gegen den § 218. Zwischen Abitur und Studium arbeitete ich tagsüber in einer Etikettenfabrik und nachts in einer Diskothek, um mir den Umzug in die Universitätsstadt Berlin zu finanzieren.

1977 zog ich nach Berlin. Dort studierte ich Stadt- und Regionalplanung an der TU mit den Schwerpunkten Wirtschafts-, Gesellschafts- und Planungswissenschaften. Am Studium reizte mich der interdisziplinäre und damals noch von der StudentInnenbewegung kritisch geprägte Ansatz mit Praxisbezug und der Möglichkeit eines längeren Projektaufenthaltes auf den Kapverdischen Inseln/Westafrika (Stadtentwicklung Mindelo auf der Insel São Vicente).

Ida Schillen bei Fahrraddemo in Berlin

Parallel zum Studium arbeitete ich in politischen Gremien und der Berufungskommission der Universität. Politisch fühlte ich mich in der Berliner Frauenbewegung am wohlsten und nahm an zahlreichen feministischen Aktionen teil.
Über den § 218 bin ich zur Feministin geworden. Das Recht auf Selbstbestimmung, körperliche Unversehrtheit und ein diskriminierungsfreies Leben prägen meine feministischen Projekte seit den 70er Jahren.

Berufliche Tätigkeit: Behutsame Stadterneuerung in Berlin Kreuzberg, Sozialplanerin und Mieterberaterin – Frauenprojekte.

Bei der Fassadenbemalung der Schokofabrik

In den 80er Jahren habe ich das erste Frauenstadtteilzentrum Berlins in einer ehemaligen Schokoladenfabrikmit aufgebaut, die Baukoordination übernommen sowie die Ausstellung Gegen Gewalt gegen Frauen und den namensgleichen ersten großen Frauenkongress im Berliner Reichstag mit organisiert.

Vorstand FOPA Berlin e.V. auf einem Kreuzberger Dachboden

Ich bin seit den Anfängen aktiv in der Feministischen Organisation von Planerinnen und Architektinnen Berlin (FOPA e.V.), bin im Vorstand, war mehrere Jahre in der Redaktion der Streitschrift FREIRÄUME und habe das Wohnungsbauprojekt für Frauen in Argentinien CEMYS mit realisiert.

Politisches Leben 1 – Rot-Grün in Berlin

Anfang 1989 begab ich mich in den Politstrudel der ersten rot-grünen Regierung in Berlin, die Ende desselben Jahres vom spektakulären Fall der Berliner Mauer überrascht wurde. Als politische Referentin der damaligen Senatorin für Frauen, Jugend und Familie war ich zusammen mit der Arbeitsrechtlerin Dagmar Schieck verantwortlich für die Durchsetzung des bis dahin fortschrittlichsten Landesantidiskriminierungsgesetzes. In der historischen Wendezeit musste dieses Gesetz durch zwei Regierungen und zwei Parlamente in West- und Ostberlin gebracht werden.
Nach dem Bruch der rot-grünen Koalition blieb ich bis Mitte 1993 als Planungsreferentin für soziale Infrastruktur in der Berliner Senatsverwaltung und war hier unter anderem für die Sicherung der Kinderbetreuungseinrichtungen im Ostteil der Stadt zuständig.

Politisches Leben 2 – Abgeordnetenhaus von Berlin

Von 1995 bis Ende 1999 war ich Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin. Als baupolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hatte ich mir zum Ziel gesetzt, die undurchsichtigen Machenschaften, Filz und Korruption des CDU-SPD Senats innerhalb der baulichen Großprojekte aufzudecken und die Verschwendung von Steuergeldern in diesem Bereich anzuprangern und eine alternative ökologische Nutzung einzufordern.

Künstlerische Protestaktion im „Trompetenwäldchen“ in Berlin Mitte

Als Stadtplanerin habe ich mich vehement gegen den innerstädtischen Masterplan des Senators Strieder gewandt, der damit drohte, die Stadt mit preußischen Straßenrastern zu überziehen, zusätzlich baulich zu verdichten und damit die jüngere Baugeschichte im Ostteil der Stadt samt ihrer BewohnerInnen zu verdrängen. Ich setzte mich dafür ein, daß die BewohnerInnen bleiben und nicht durch Investoren und Immobiliengesellschaften verdrängt werden dürfen.

Als baupolitische Sprecherin setzte ich mich unter anderem für das Projekt „Generationenübergreifendes Wohnen“ des Verein “ Offensives Altern e.V. ein.

Der Palast der Republik

Als baupolitische Sprecherin im Berliner Abgeordnetenhaus habe ich mich in den 90er Jahren gegen den geplanten Abriss des Palasts der Republik eingesetzt. Einen Abriss hielt ich für unnötig und respektlos gegenüber der DDR-Baukultur. Der Bau eines „historischen Stadtschlosses“ ist eine Geschichtsklitterung, die ich ablehne.

Um die Diskussion über den Abriss in positive Bahnen zu lenken und konstruktiv über eine mögliche sinnvolle Nutzung des leerstehenden Gebäudes zu diskutieren, organisierte ich eine Anhörung zum Thema „Leerstandsbeseitigung – Perspektiven für den Palast der Republik“ mit den folgenden Teilnehmer/innen:
Dr. Bruno Flierl, Dr. Simone Hain, Dr. Dorothea Tscheschner, Dr. Dietrich Mühlberg, Wolfgang Kil, Lukas Langhoff, Gabi Dolff-Bonekämper, Dr. Kerstin Dörhöfer, Dr. Claudia Lux, Dr. Bernd Henningsen.

Unsere Vorschläge zur Nutzung des Palastes konnten leider den Abriss nicht verhindern.

Kulturforum Berlin

Zusammen mit der Scharoun Gesellschaft und vor allem mit Elke Wisniewski setzte ich mich für die Vollendung des Berliner Kulturforums nach den Plänen der Architekten Scharoun und Edgar Wisniewski ein.

Leider gab der Berliner Senat der Entwicklung des Potsdamer Platzes den Vorrang und ignorierte die geistig-kulturelle Bedeutung des Kulturforums.

Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Modell des Wettbewerbsbeitrags

Im Jahr 1994 beteiligte ich mich mit einem kleinen Team (Cornelia Ernst – Architektin, Elisa Rodé, Yannick Monoury) am künstlerischen Wettbewerb „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“.

Neben der Baupolitik war mein Schwerpunkt im Parlament die Stärkung der Minderheitenrechte. Als Berichterstatterin für Migrationsangelegenheiten im Petitionsausschuß des Abgeordnetenhauses kämpfte ich gegen die brutale Abschiebungspraxis des Berliner Senats und für humane Lebensbedingungen für InländerInnen ohne deutschen Paß.

Politisches Leben 3 – Crossover

Als Redakteurin von LiFo (Linkes Forum) und „Andere Zeiten“ beteiligte ich mich an der Crossover Diskussion (SPD, PDS, Grüne).
Im März 1999 zählte ich zu den Unterzeichnerinnen des Anti-Kriegs-Appells gegen die Beteiligung der Bundesrepublik Deutschland an dem Krieg im ehemaligen Jugoslawien. Im Juni 1999 trat ich aus Protest gegen die Zustimmung von Bündnis 90 / Grüne zur Kriegsbeteiligung aus der grünen Partei aus.

 

Gegen den Krieg und die Militarisierung des öffentlichen Lebens in Berlin hielt ich Reden, veröffentlichte Artikel und nahm an Demonstrationen teil. Zu der Berliner Abgeordnetenhauswahl 1999 trat ich als parteilose Spitzenkandidatin für die Demokratische Linke (DL) an, einer Gruppierung ehemaliger Mitglieder von PDS, Grünen und SPD.

Von 1999 bis 2002 war ich Bundessprecherin des LSVD – Lesben- und Schwulenverband in Deutschland. Innerhalb des Verbandes war ich für das Thema Familienpolitik verantwortlich und habe mich für das neue Lebensgemeinschaftsgesetz eingesetzt. Anfang 2002 veröffentlichte ich im Auftrag des LSVD das „Familienbuch. Eine Aufklärung über negierte Familienrealitäten.“

Politisches Leben 4 – Senatorin in Rostock

Im Frühjahr 2001 wurde ich auf Vorschlag der PDS als zu dieser Zeit parteilose Kandidatin für sieben Jahre (bis 2008) zur Senatorin für Jugend, Kultur, Schule und Sport in der Hansestadt Rostock gewählt und wurde zuständig für Volkstheater und Norddeutsche Philharmonie, Konservatorium, Jugendkulturprojekte, freie Träger, Denkmalschutz, Sportförderung, Volkshochschule, Stadtbibliothek, Museen …

Meine Amtszeit fiel in die Zeit der Haushaltskonsolidierung und eines rigiden Sparkurses. Trotzdem konnte ich zusammen mit der PDS und gegen anfänglichen Widerstand der anderen Parteien im Rathaus einige wichtige Projekte durchsetzen, vor allem das Schul- und Sportstättensanierungsprogramm. Das Volkstheater Rostock konnte finanziell gestärkt und gegen ständige Spartenschließungs- und Privatisierungsabsichten verteidigt werden. Ein großes Anliegen ist mir die kulturelle Bildung sowie insbesondere auch die professionell ausgerichtete musikalische, künstlerische und sportliche Früherziehung der Kinder. In 2008 wurde der politische Weg für ein neues Musikschulzentrum in der Großen Stadtschule freigemacht. Die Förderung der Kultur- und Sportvereine konnte auf relativ hohem Niveau erhalten werden. Ich habe eine sehr preisgünstige Jahreskarte für die Neptun Schwimmhalle eingeführt, 100 Euro für Erwachsene, 50 Euro für Kinder. Menschen, die auf Hartz IV Leistungen angewiesen sind, können für zwei Euro Vorstellungen im Theater besuchen (inzwischen auf 4 EURO erhöht). Es ist mir gelungen, die Bürgerschaft von der Notwendigkeit des kostenfreien Museumseintritts für Alle zu überzeugen. Dadurch konnten die Besucherzahlen drastisch gesteigert werden.

In meiner Zuständigkeit für Kultur und Denkmalschutz setzte ich mich dafür ein, den Neubau des Theaters und die Sanierung der Kulturbauten zu forcieren sowie die städtebauliche Qualität der Hansestadt zu bewahren. Investoreninteressen müssen in Einklang gebracht werden mit der Identität der Stadt und nicht umgekehrt. Nur so ist eine langfristig positive Entwicklung möglich. Vor einigen Fehlentwicklungen wie dem Abriss des denkmalgeschützten Warnow-Hotels habe ich gewarnt, leider keinen Erfolg gehabt und muss nun feststellen, dass mir im Nachhinein viele Menschen recht geben und die bauliche Entwicklung im Umfeld des Kröpeliner Tores kritisieren.

Bis Ende 2004 war ich Erste Stellverteterin des Oberbürgermeisters. Als ich nach dem erzwungenen Rücktritt des damaligen SPD Oberbürgermeisters für kurze Zeit die Geschicke der Stadt lenken konnte, mich gegen den Ausverkauf der Stadt stellte, einen sozial- und kulturfreundlichen Haushaltsplan aufstellen und die Geschäftsführer der städtischen Gesellschaften und deren bis dato praktizierte Selbstbedienung stärker kontrollieren wollte, wurde ich von den Fraktionen der CDU, SPD, Bündnis 90 und FDP mit fadenscheinigen Argumenten als stellvertretende Oberbürgermeisterin abgewählt. (Dokumentation) Mit meinen damaligen Einschätzungen lag ich ziemlich richtig und es erfüllt mich mit gewisser Genugtuung, dass meine damaligen Gegnerinnen und Gegner sich zurückziehen mussten oder sich vor der Staatsanwaltschaft und Gerichten verantworten müssen, teilweise mit rechtskräftiger Verurteilung.

Die Ressourcen für die Daseinsvorsorge müssen in öffentlicher Hand sein und dürfen nicht privatisiert werden. Hierfür habe ich mich sowohl als Berliner Abgeordnete als auch als Rostocker Senatorin für Schule, Kultur und Sport eingesetzt. In Rostock konnte ich Privatisierungen während meiner Amtszeit verhindern.

Leider wurde kurz nach dem Ende meiner Amtszeit bereits die erste Privatisierung im Kulturbereich durchgeführt: die Kunsthalle wurde an einen Verein unter der Leitung des Zahnarztes Neumann vergeben. Die nächste Privatisierung folgte kurz danach: das Volkstheater Rostock wurde in eine GmbH umgewandelt.

Vielfältige Aufgaben der öffentlichen Daseinsvorsorge sind in Rostock bereits privatisiert worden, mit zweifelhaftem Erfolg, so ist beispielsweise das Wasser in privater Hand. Dementprechend werden in Rostock mit die höchsten Wasserpreise in Deutschland gezahlt.

Politisches Leben 5

Mitglied im Parteivorstand DIE LINKE von 2008 bis 2014.
Als Mitglied des Parteivorstands arbeitete ich in der AG Antiprivatisierung mit und organisierte Rekommunalisierungswerkstätten.

2011 bin ich als Direktkandidatin im Wahlkreis Rostock II Lütten Klein, Evershagen und Reutershagen für die Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern  am 4.9.2011 angetreten.  Leider hat es nicht für den Einzug in den Landtag gereicht, da das Direktmandat dem Trend entsprechend an die SPD gegangen ist. Wir konnten jedoch mit 30,3 Prozent der Erststimmen und 26,8 Prozent der Zweitstimmen das landesweit beste Wahlkreisergebnis für DIE LINKE erzielen. Im Durchschnitt hat die Partei 18,4 Prozent erreicht.

Seit Gründung der Sammlungsbewegung AUFSTEHEN im Sommer 2018 bin ich dabei und engagiere mich als Geschäftsführerin und Schatzmeisterin des Aufstehen Trägervereins.

 

Planen und Bauen 2

Kunsthaus Stove mit Skulpturengarten und Atelier (links)

Kunsthaus Stove

Beim Verputzen der Strohwände des neuen Ateliers

siehe
Kunsthaus Stove bei ostsee-strandurlaub.net

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CEMYS

Der mühselige Weg einer kleinen Erfolgsgeschichte.
Ida Schillen, Berlin 1994

Was tun, wenn die Miete so hoch ist wie das Gehalt und es kein zweites Gehalt zum Leben gibt? In Córdoba, der zweitgrößten Stadt Argentiniens, fand sich nach dem Ende der Militärdiktatur 1983 eine Gruppe von ExilArgentinierinnen zusammen, um eine gemeinsame politische und ökonomische Perspektive aufzubauen. WEITERLESEN » » »

Rostock

Ida Schillen

Lebensqualität pur in der Stadt am Meer

(Beitrag für das Standortporträt Rostock)

Unweigerlich verliebt man sich in diese Stadt. Rostock hat alle Vorzüge einer Großstadt und liegt direkt am Meer in prächtiger Küstenlandschaft. Das ist einmalig in Deutschland. Die Universität, übrigens die älteste Nordeuropas, liegt im Zentrum der Stadt. Junge Menschen, die hier studieren, prägen das urbane Leben. Die Stadt hat ein hervorragendes Verkehrssystem. In nur 20 Minuten kann man mit der S-Bahn aus dem Stadtzentrum an den breiten Strand des Stadtteils Warnemünde fahren. WEITERLESEN » » »

Elke Wisniewski

Elke Wisniewski – Nachruf und Erinnerung von C. v. L.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 05.05.2008)

„Mit Elke Wisniewski ist eine Stimme verstummt, die sich über Jahrzehnte für die Vollendung des Kulturforums nach Plänen des Philharmonie-Erbauers Hans Scharoun eingesetzt hat. Ihr Mann, der Architekt Edgar Wisniewski, einst Partner von Scharoun, hatte die Staatsbibliothek nach dessen Entwürfen gebaut, auch den Kammermusiksaal und das Musikinstrumentenmuseum. Er hätte auch das von Scharoun skizzierte „Gästehaus“ auf der jetzt öden Fläche zwischen Philharmonie und Nationalgalerie errichten wollen. Wenn Edgar Wisniewski hin und wieder der Kampfeswille verließ, gab ihm seine Frau Auftrieb, schrieb unermüdlich Politiker an, bohrte mit Leidenschaft nach. Nach dem Tod ihres Mannes vor einem Jahr schwand ihre Kraft. Elke Wisniewski ist nun mit 69 Jahren an den Folgen einer langen Krankheit gestorben.

Beide waren das Herz der Scharoun-Gesellschaft, ihr Mann wollte das „Vermächtnis“ des 1972 verstorbenen Architekten erfüllen, das Kulturforum an der Philharmonie zu vollenden. Mit einem terrassierten Gästehaus wollte er dem Kulturforum ein Zentrum schaffen. Elke Wisniewski sah im Senat immer wieder „negative Kräfte“ am Werk, die sich gegen Scharouns Planung stemmten. „Ein Lebenskampf“, sagte sie. Nun ist er auch für sie verloren.“

Familienbuch

Ida Schillen
Das Familienbuch
Eine Aufklärung über negierte Familienrealitäten
(Einführung)

erschienen 2001 / http://www.lsvd.de/bund/familienbuch/

Das erste Familienbuch des Lesben- und Schwulenverbandes präsentiert Lebenswirklichkeiten gleichgeschlechtlicher Eltern mit Kindern. Das Buch klärt über Familienrealitäten auf, die bisher von der Mehrheit der verantwortlichen Politiker und Politikerinnen und auch von Gerichten hartnäckig negiert werden. Das Buch räumt auf mit dem Vorurteil, Lesben und Schwule würden keinen generativen Beitrag für die Gesellschaft leisten. Das Buch zeigt den notwendigen rechtlichen Reformbedarf, um soziale Elternschaft anzuerkennen und die Gleichberechtigung für Kinder und ihre lesbischen oder schwulen Eltern herzustellen. WEITERLESEN » » »

Der Staat ist keine GmbH

Ida Schillen, 22.04.08 , Erschienen in den Rostocker STADTGESPRÄCHEN Band 50

Warum es sich lohnt, für das öffentliche Eigentum und die öffentliche Daseinsvorsorge einzutreten

Die Vorteile der Privatisierung sind nicht nachgewiesen.

Seit Jahren werden in der Hansestadt Rostock und anderenorts Forderungen erhoben, weitere öffentliche Angebote und Aufgabenbereiche, wie die Klinik, das Theater, das Konservatorium, die Museen, Wohnungen etc., zu privatisieren oder zu veräußern. Zuweilen sind diese Privatisierungsforderungen das Ergebnis teurer Untersuchungen privater Beratungsunternehmen, die vom Land, dem Landesrechnungshof oder von der Stadt beauftragt und bezahlt werden. Diese Untersuchungen sind oft bemerkenswert substanzlos, so auch in Rostock. Es wird schlichtweg lediglich behauptet, mit der Privatisierung könne gespart werden und die Einrichtungen könnten freier, effizienter und billiger arbeiten. Bisher konnte noch kein entsprechender Beweis erbracht werden. Eine Wirtschaftlichkeitsberechnung, die die kurz-, mittel- und langfristigen Folgen und Effekte der Privatisierungen untermauert, wurde bisher in keinem Fall vorgelegt. Privatisierung, also die privatrechtliche Organisation bisher staatlich organisierter Aufgaben, wird empfohlen, ohne dass die Vorteile hieb- und stichfest nachgewiesen werden. WEITERLESEN » » »

OB-Wahlkampf 2005 – Sieben Ziele für Rostock

Diese Positionen habe ich im OB-Wahlkampf 2004/5 vertreten und stehe nach wie vor zu ihnen: WEITERLESEN » » »

Sieben Ziele für Rostock 2 Maritime Wirtschaft und Tourismus stärken

Diese Positionen habe ich im OB-Wahlkampf 2004/5 vertreten und stehe nach wie vor zu ihnen:

Mein Ziel ist es, Rostock als Zentrum der maritimen Wirtschaft im Ostseeraum zu stärken. Werften, Überseehafen und Seetourismus sind die tragenden Säulen der maritimen Wirtschaft.

Besondere Potentiale sehe ich in der Schaffung eines gewerblich-maritim-kulturellen Entwicklungsbandes am Ufer der Warnow entlang vom Stadthafen über das Werftdreieck, den Fischereihafen bis nach Warnemünde.
Hier können vor allem auch Förderprogramme der EU eingesetzt werden.
Besondere Akzente kann die Existenzgründer/innen-Initiative des Landes im Bereich der maritimen Wirtschaft und des Tourismus setzen.

Die Ansiedlungspolitik und neue Nutzungen sollen sich daran orientieren, dass die noch vorhandene Industriearchitektur als historisches Dokument und touristische Attraktion bewahrt wird. Das hanseatische Stadtbild und die lebendige historische Innenstadt Rostocks, sanierte Wohngebiete im Nordosten und Nordwesten der Stadt, das Seebad Warnemünde mit dem breiten Strand und eine moderne verkehrliche Infrastruktur sind die Eckpfeiler der touristisch-wirtschaftlichen Entwicklung.

Besonderen Nachholbedarf gibt es in der kulturellen Infrastruktur und der barrierefreien Sanierung der Straßen und Wege. Ein neues Theater und sanierte attraktive Museen sind unverzichtbar, um Rostock als maritim-touristisches Zentrum weiter zu entwickeln.

Sieben Ziele für Rostock 3 Bildung profilieren

Diese Positionen habe ich im OB-Wahlkampf 2004/5 vertreten und stehe nach wie vor zu ihnen:

Mein Ziel ist es, die professionelle Bildung beginnend bei den jüngsten bis zu den älteren Bewohnerinnen und Bewohnern der Stadt zu stärken. Die Stadt muss sich ihrer besonderen Verantwortung für optimale Bildungs- und Raumangebote in den Kindertagesstätten und Schulen bewußt sein. Hier werden die Voraussetzungen für die geistig-kreative Persönlichkeits­entwicklung junger Menschen geschaffen. Ich lege besonderen Wert auf die musisch-kulturelle und motorische Früherziehung der Kinder und werde die Träger der Kindereinrichtungen darin unterstützen.

Die Schulsanierung war bisher und wird auch in Zukunft ein besonderer Schwerpunkt meiner Politik sein. Jeder Euro, der in die Kitas und Schulen investiert wird, ist eine Investition in die Zukunft der Kinder und damit in die Zukunft der Stadt. Das Prinzip "Kurze Beine, kurze Wege" muss weiterhin das Leitmotiv der Schulentwicklungsplanung sein.

In der weiteren schulischen Entwicklung und Gestaltung der Ganztagsangebote kommt den außerschulischen Bildungsträgern eine besondere Bedeutung zu. Ich möchte erreichen, dass die Musikschulen, die Kunst- und Medienschule, das Volkstheater, die Stadtbibliothek und andere jugendkulturelle Bildungsträger sowie vor allem auch die Sportvereine als professionelle Partner der allgemeinbildenden Schulen eine besondere Stellung innerhalb der Förderpolitik der Stadt einnehmen. Ich halte darüberhinaus diese Bildungsangebote für unverzichtbar, um wirkungsvolle Präventionsarbeit im Jugendbereich zu leisten.

Ich halte es auch für wichtig, dass die Qualität der Volkshochschule als städtischer Anbieter für ein lebenslanges Lernen sowie die Erwachsenen- und Seniorenbildung gesichert wird.

Mein Ziel ist es, Rostock als Universitätsstadt und Bildungsstandort stärker zu profilieren. Ich möchte Studentinnen und Studenten zum Studium willkommen heißen, auch für die Zeit nach dem Studium. Dazu ist es wichtig, weiterhin Ausgründungen und universitäre Projekte von städtischer Seite zu unterstützen. Die Südstadtklinik muss als städtischer Arbeitgeber auch für Absolvent/innen der medizinischen und gesundheitlichen Studiengänge gesichert werden. Für die Absolvent/innen der Hochschule für Musik und Theater sind vor allem das Volkstheater als Vier-Sparten-Produktionsbetrieb und das Konservatorium als attraktive städtische Arbeitgeber von Bedeutung.

Sieben Ziele für Rostock 4 Kultur sichern

Diese Positionen habe ich im OB-Wahlkampf 2004/5 vertreten und stehe nach wie vor zu ihnen:

Mein Ziel ist es, die Kultur in Rostock als elementaren und unverzichtbaren Bestandteil der Stadtpolitik zu verankern. Kultur braucht Raum und Wertschätzung, um sich wirkungsvoll entfalten zu können. Ich möchte Rostock als kulturelles Zentrum in Mecklenburg Vorpommern und im baltischen Raum ausbauen.

Die Kultur muss endlich auch als Wirtschaftsfaktor anerkannt werden. Dies muss sich in der Investitionspolitik und Wirtschaftsförderung der Stadt und des Landes widerspiegeln. Ich will erreichen, dass die Museen, Theater, Kunst- und Musikschulen und die freien Kulturträger wie Stubnitz, Jugendmusikkorps, Mau, Literaturhaus u.a. langfristig gesichert werden. Hierzu gehört auch die Sanierung der Gebäude.

Der Neubau des Theaters ist ein großes und wichtiges Projekt für die Stadt, das ich zügig realisieren möchte. Ich stelle mir vor, dass das neue Theater sich als geistig-kreativer Ort und gesellschaftliches Zentrum würdevoll im Stadtraum präsentiert und in Inhalt und Form über die Region hinausstrahlt. Eine finanzielle Förderung dieses Vorhabens z.B. durch Land, Bund und EU, ist unabdingbar.

Sieben Ziele für Rostock 5 Maritime Traditionen pflegen

Diese Positionen habe ich im OB-Wahlkampf 2004/5 vertreten und stehe nach wie vor zu ihnen:

Rostockerinnen und Rostocker haben gute Gründe, stolz auf die kulturelle und maritime Identität als Hansestadt zu sein. Die Ostsee und die Tradition der Hanse prägen die Lebensweise, das Stadtbild, die maritime Wirtschaft, die internationalen Beziehungen, die Kultur, die Menschen. Die HanseSail und die Warnemünder Woche sind maritim-sportlich-kulturelle Höhepunkte. Ich möchte die Träger dieser und anderer Veranstaltungen weiter unterstützen und erreichen, dass sie auch europäisch und international noch mehr Beachtung finden.

Die maritime Alltagskultur präsentiert sich in zahlreichen Vereinen und Initiativen, von den Klaashans über Trachtengruppen und Plattdütsch Vereine. Der Charme und die touristische Anziehungskraft von Warnemünde als weltoffenes Seebad mit dem Fischerhafen am alten Strom ist dem Selbstbewußtsein der Fischerfamilien und einer traditionsbewußten Bevölkerung zu verdanken. Es ist mir ein besonderes Anliegen, den Charakter der Hansestadt und des Seebads zu stärken, die maritim-kulturellen Initiativen zu unterstützen und einen Weg zu finden, wie Zukunft und Nachwuchs der Traditionspflege gesichert werden können.

Das Schifffahrtsmuseum ist elementarer Bestandteil der maritimen Kulturpflege. Bis es – wie von der Bürgerschaft beschlossen – in ein neues Gebäude auf dem IGA Gelände umziehen kann, muss es der Öffentlichkeit weiter zugänglich sein. Das Haus in der Bebelstraße bietet hierzu geeignete Voraussetzungen und muss wieder geöffnet werden.

Sieben Ziele für Rostock 6 Natürliche Ressourcen schützen

Diese Positionen habe ich im OB-Wahlkampf 2004/5 vertreten und stehe nach wie vor zu ihnen:

Die mecklenburgische Landschaft, die Ostsee, frische Luft und Ruhe sind das natürliche Grundkapital für die touristisch-wirtschaftliche Entwicklung der Stadt und des Landes. Deshalb möchte ich mit hoher Priorität darauf achten, dass diese natürlichen Ressourcen geschützt werden. Veränderungen und Eingriffe müssen das ökologische Gleichgewicht der Ostsee, die Schönheit der Landschaft und Architektur, die Ruhe und das Erholungsbedürfnis der hiesigen Bevölkerung und der Urlaubsgäste achten und die vorhandene Qualität bewahren. Der Strand muss im Besitz der Hansestadt Rostock und damit der Rostockerinnen und Rostocker bleiben.

Die Gärten sind ökologische und soziale Lebensadern der Stadt. 155 Kleingartenvereine mit etwa 16 000 Parzellen und weitere tausende von Haus- und Vorgärten dokumentieren die Bedeutung des Gartens für das städtische Leben und die Alltagskultur.

Jede Gärtnerin und jeder Gärtner übernimmt ökologische und soziale Verantwortung für einen Mikrokosmos. Dabei geht die Schönheit der Gärten einher mit dem praktischen Nutzen: Der Anbau von Obst, Gemüse und Kräutern dient der Selbstversorgung, was für viele Familien, gerade in Zeiten der Erwerbslosigkeit, existentiell ist.

Die Bewahrung und Pflege der traditionellen heimischen Kulturpflanzen, von Hasenkopf bis Harzfeuer, sind ein wesentliches Verdienst der Gartenfreunde.

Mein Ziel ist es, dieses Kulturerbe und die gewachsenen Strukturen der Kleingartenanlagen zu erhalten und zu unterstützen.

Sieben Ziele für Rostock 7 Zukunftsfähigkeit der Stadt garantieren

Diese Positionen habe ich im OB-Wahlkampf 2004/5 vertreten und stehe nach wie vor zu ihnen:

Mein Ziel ist es, die Stadt zukunftsfähig zu halten und so zu wirtschaften, dass wir unserer Verantwortung für die jetzige Bevölkerung und die nachfolgenden Generationen gerecht werden. Offenheit und Transparenz sollen für alle Vorgänge im Rathaus gelten. Nachhaltiges solides Wirtschaften ist Richtlinie meiner Stadtpolitik.

Der weitere Ausverkauf der Stadt muss gestoppt werden. Ich möchte das öffentliche Vermögen, Grundstücke und Immobilien, die sich noch im schuldenfreien Besitz der Stadt befinden und die für städtische Aufgaben notwendig sind, für die Zukunft sichern. Die Immobilien der Stadt, – vom Kloster zum Heiligen Kreuz über Kröpeliner Tor, die Schulen, Stadtbibliothek, das Rathaus und bis hin zum Ostseestrand -, sind unveräußerlich! Eine Privatisierung bedeutet, dass die Stadt über Jahrzehnte hohe Mieten zahlen muss, für Gebäude, die ihr jetzt noch schuldenfrei gehören. Die Auslagerung und Privatisierung von sozialen, kulturellen und bildungsbezogenen Aufgaben und Gebäuden führt dazu, dass die Leistungen für die Bewohnerinnen und Bewohner immer teurer werden. Gerade in Zeiten der ökonomischen Krise halte ich es für notwendig, darauf zu achten, dass die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben für alle Menschen, vor allem für diejenigen, die wenig Geld haben, ermöglicht wird.

Besonders im Bereich des Sports ist es von existentieller Bedeutung für die Sporttreibenden und Vereine, dass die städtischen Sportanlagen und Hallen preisgünstig genutzt werden können. Sport ist Gesundheitsprävention. Aus diesem Grund lege ich auch besonderen Wert darauf, die Neptun Schwimmhalle inklusive Freibad zu sanieren. Bereits in diesem Jahr habe ich das preisgünstige Jahresschwimmticket eingeführt und die Schwimmzeiten erweitert.

Zu Sicherung der Angebot möchte ich weitere Einnahme- und Förderquellen aktivieren, die uns zustehen. Dazu gehören die Fördermittel des Landes, Bundes und der EU, aber ebenso die angemessene Beteiligung an den Gewinnen der städtischen Gesellschaften. Großprojekte kommen in Zukunft auf den Prüfstand, bevor sie begonnen werden, damit es kein böses Erwachen gibt.

Es lebt sich gut in Rostock. Der frische Wind der Ostsee ist gut fürs Atmen, für eine klaren Kopf, fürs Segeln, Surfen und Spazieren gehen. Mit kulturellen Highlights, Festivals und Veranstaltungen ziehen wir Gäste von Nah und Fern in die Stadt. Wir haben eine hervorragende städtische Infrastruktur mit S-Bahn, Straßenbahn, Jugend- und Seniorenclubs, mit Sportanlagen, Parks und Ostseestrand, mit Häfen und schönen Straßen und Wegen. In diesem Sinne möchte ich die Stadtentwicklung weiter führen und verbessern. Denn natürlich gibt es immer etwas zu erweitern und zu reparieren. Noch sind nicht alle Straßen ohne Schlaglöcher, die Bürgersteige sind noch nicht alle ausgebessert und barrierefrei, das Radwegenetz lässt noch zu wünschen übrig, die Parks und Gärten brauchen ständige Pflege, die Jugend- und Seniorenclubs bessere Ausstattung usw. Hierfür müssen wir das nötige Geld im städtischen Haushalt einplanen und dürfen uns nicht durch Millionenschulden den Spielraum nehmen, die nötigen kleineren Maßnahmen durchzuführen.

Aufklärung zur Kampagne gegen Ida Schillen

Das Rostocker Stadtmagazin „Stadtgespräche“ ist den Ende 2004 von Bündnis 90, SPD, FDP und CDU gegen Ida Schillen erhobenen Vorwürfen nachgegangen und hat diese in einem umfassenden Beitrag in Heft 37 entkräftet. Im Anschluss wird auch die von Bündnis 90 initiierte hetzerische Leserbriefkampagne dokumentiert.

Stadtgespräche Ausgabe Nr. 37, Dezember 2004 S.10-12

TITELTHEMA: RECHERCHIERT

Gift, Dolch und Seidenschnur

„Personalkonflikte gibt es, seitdem sich Menschen erst in Horden, später inClans, dann in Parteien organisiert ha­ben. Früher hat man diese Personalkon­flikte gern mit Gift, Dolch oder Seiden­schnur gelöst. Heute macht man das mit Abstimmungen. Das ist ein deutlicher Fortschritt. Man nennt ihn Demokratie.”

(Süddeutsche Zeitung, 3.1 2.04)

von Peter Köppen (*1939)

Redaktionsmitglied, Dr. phil. habil., Historiker, ehem. Universität Rostock, danach tätig in verschiede­nen Projekten, Gründungs- und Redaktionsmitglied der Stadtgespräche

Kontakt: peter.koeppen@gmx.de

 

 

 

Abstimmungen gibt es in der Bürgerschaft der Hansestadt Rostock ausreichend. Gift, Dolch und Seidenschnur sind damit allerdings noch lange nicht aus der Mode gekommen, natürlich der Zivilisation des 20. Jahrhunderts angepasst. Bisher noch.

Wenn ich die letzten Auseinandersetzungen im Rathaus und ihre teilweise Widerspieglung in den Medien sehe und höre, steigt nicht nur Unverständnis, Ratlosigkeit und Wut auf, sondern Angst vor der Zukunft unserer Stadt. Hier setzt sich eine Form der öffentlichen Auseinandersetzung und des politischen Streits durch, die sich durch Beschimpfung, Verleumdung, persönliche Diffamierung auszeich­net, in der es nicht mehr um sachliche Auseinandersetzung über strittige Fragen geht, sondern um die Vernichtung des politischen oder vielleicht auch persönlichen Gegners. WEITERLESEN » » »

»Private« Stadtentwicklung ist gescheitert: Berlin braucht neue stadtökonomische Grundlagen

»Private« Stadtentwicklung ist gescheitert: Berlin braucht neue stadtökonomische Grundlagen

von Ida Schillen
erschienen in Mieterecho Nr. 272 – Januar/Februar/März 1999

Seit der Wende wird die Privatisierung der Berliner Stadtentwicklung in großem Maßstab betrieben. Dabei verhält sich der Senat als Verwalter des öffentlichen Eigentums keineswegs wie ein privatwirtschaftliches Unternehmen, in dem das Preis/ Leistungsverhältnis stimmen muß und die Kalkulation und Liquiditätsplanung vorausschauend auch für die nächsten Jahre erstellt wird. Er handelt in höchstem Maße fahrlässig und zum Nachteil der jetzigen Berliner Bevölkerung und zukünftiger Generationen. WEITERLESEN » » »